Duisburger Journal

22 Duisburger Journal von HuG Duisburg 9/2023 ➧ Mit einer Förderung für ein Studierendenwohnheim in Aa- chen und einer Modernisierung eines Quartiers aus den 1960er-Jahren in Bottrop gibt Ministerin Scharrenbach den Startschuss für zwei weitere öffentlich-geförderte Wohn- projekte in Nordrhein-Westfalen. Neben einem persönlichen Eindruck von den Projekten steht für die Ministerin dabei auch der direkte Austausch mit Unternehmen, der kommunalen Politik sowie den Mieter- innen und Mietern im Vordergrund und bekommt beim Besuch des Bewohnerfests im Kölner Clouth-Quartier über- dies einen besonderen Stellenwert. Bei der Bereisung wird die Ministerin von Vertreterinnen und Vertretern der örtlichen Politik und Wohnungswirtschaft sowie von den Mitgliedern der Allianz für mehr Wohnungsbau in Nord- rhein-Westfalen begleitet. Dazu gehören der VdW Rheinland Westfalen, der BFW Landesverband Nordrhein-Westfalen, Haus & Grund, die kommunalen Spitzenverbände, der Deut- sche Mieterbund NRW, die Architektenkammer NRW und die bauindustriellen Verbände sowie die landeseigene Förder- bank, die NRW.BANK, die sich in die Organisation der Woh- neNRW-Tage eingebracht haben. „Ich danke allen Unterneh- men, Partnern, Kreisen, Städten und Gemeinden die sich an den landesweiten Aktionstagen beteiligen“, so die Ministerin weiter. Die WohneNRW-Tage finden auf Initiative des Ministeriums jährlich statt. In den Sozialen Medien werden die Aktionen unter dem Hashtag #WohneNRW begleitet. Weitere Informationen zum WohneNRW-Tag finden Sie zudem auf der Homepage des Ministeriums unter: https://www.mhkbd.nrw/themenportal/wohnenrw-tag  Wohnimmobilien Türe als neuralgischer Punkt 3,5 Millionen Euro für ein freistehendes Einfamilienhaus in München und Hamburg, 15.000 Euro in der thüringi- schen Spielkartenstadt Altenburg – das sind die Extremwerte, die die Immobilienvermittler von Landesbau- sparkassen (LBS) und Sparkassen für den diesjährigen Preisspiegel der LBS-Analyse „Markt für Wohnimmobilien“ zu Protokoll gaben. Aber auch wenn man die Extreme außen vorlässt und die re- gional üblichen Preise betrachtet, ist die Spanne groß: Mün- chen ist mit Preisen von im Mittel 2,5 Millionen Euro für ein Eigenheim das teuerste Pflaster aller im Preisspiegel erfassten 995 Städte und Gemeinden, am günstigen ist es im südöst- lichen Vorharz in der Kleinstadt Eisleben mit 80.000 Euro. Der LBS-Preisspiegel wird jährlich bei den Immobiliengesell- schaften von LBS und Sparkassen erhoben. In diesem Jahr gaben insgesamt 581 Immobilienfachleute Auskunft über ihr Geschäftsgebiet. Vielerorts sind Wohnimmobilien nach wie vor teuer. Dennoch hat die Verdrei- bis Vervierfachung der Bauzinsen erste Bremsspuren hinterlassen. Im Frühjahr 2023 lagen die Preise für ältere Einfamilienhäuser aus der LBS-Ver- mittlungstätigkeit im bundesweiten Durchschnitt gerade noch um knapp 3 Prozent über ihrem Vorjahresniveau – ein Jahr zuvor hatte der Preisanstieg noch 14 Prozent betragen. Für gebrauchte Reihenhäuser und Eigentumswohnungen meldeten die Marktbeobachter zuletzt lediglich ein Preisplus von weniger als 2 Prozent. Neubau und Bauland haben sich dagegen um knapp 5 bis knapp 9 Prozent und damit deutlich stärker verteuert. Bis zum Ende des Jahres werden die Folgen des Zinsanstiegs aber wohl noch offensichtlicher zu Tage treten: Weil Immo- bilienfinanzierungen durch das Zusammentreffen von hohen Preisen und Zinsen für private Haushalte kaum noch zu stem- men sind, gehen die Vermittler erstmals seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr von einer steigenden Nachfrage nach Wohn- immobilien aus, sondern im Gegenteil von einer kräftigen Abnahme. Nach ihrer Einschätzung führt dies dazu, dass so- wohl Eigentumswohnungen als auch Einfamilienhäuser und Reihenhäuser aus dem Bestand um rund 6 bis 7 Prozent gün- stiger werden könnten. In den Städten, aber auch in abgele- generen ländlichen Regionen wird der Preisrückgang voraus- sichtlich noch etwas größer ausfallen, im Umland der Städte und in anderen verdichteten Regionen dagegen moderater. Für Bauland erwarten die Immobilienvermittler insgesamt nur leichte Preisrückgänge, und beim Neubau besteht wohl kein Preisspielraum nach unten. „Die Wohneigentumsbildung bleibt also vorerst schwierig, weil die höhere Belastung durch die Zinsen nicht vollständig von geringeren Preisen kompensiert wird“, ordnet LBS-Ver- bandsdirektor Axel Guthmann die Situation ein. „Unsere Im- mobilienvermittler erleben immer wieder, dass die Kaufinter- essenten alle Register ziehen, um den Sprung in die eigenen vier Wände trotzdem zu schaffen. Deshalb haben wir sie auch danach gefragt, welche Strategien am häufigsten zum Einsatz Wohnungsbaupolitik

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